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> Checkliste zur Organisation der Gruppenarbeit

> Die Diagnose-Formel zur Steigerung Ihres Ergebnisses (BxFxM=E)


   Checkliste zur Organisation der Gruppenarbeit

Fachwissen ist Basis - Methodeneinsatz ist jedoch der Schwung für nachhaltigen Erfolg.

Aus unserer Arbeit mit Gruppen stellen wir hier die von uns entwickelte Checkliste vor, mit der Gruppen ihre Arbeit organisieren können - sei es in der Workshop-Arbeit, bei Besprechungen oder in festen Teams.

Die Checkliste wird erläutert und eingesetzt, bevor die Gruppe ihre inhaltliche Arbeit beginnt! Zudem ist es hilfreich für das Einüben dieses Instruments, nach Ende der inhaltlichen Arbeit Bilanz zu ziehen, wie es ´gelaufen´ ist und was man beim nächsten Mal verbessern könnte.

Der richtige Methodeneinsatz macht Fachkenntnisse optimal nutzbar, und "können"ist auch eine Frage des Trainierens und des Übens. Methodenwissen zur Gruppenarbeit erhalten Sie in unserer dera®-Moderationsausbildung !

CHECKLISTE ZUR ORGANISATION DER GRUPPENARBEIT
© ISS Glathe

Bitte vor der eigentlichen Gruppenarbeit klären:

Wer moderiert?
(Wer steuert den Gruppenprozeß, sorgt für methodisches Vorgehen und hilft, dass sich alle einbringen können?)

Wer präsentiert die Ergebnisse?
(Wer informiert wen hinterher in welcher Form über die Ergebnisse?)

Wer achtet auf die Zeit?
(Dazu gehören eine Zeitplanung sowie Unterstützung bei der Einhaltung von Zeitabschnitten, Prioritäten und Pausen!)

Wer visualisiert?
(Wie muß die Dokumentation, das Protokoll etc. für die Präsentation aussehen? Wie verständlich muß die Visualisierung / Darstellung ohne Erläuterung sein?)

Ist das Ziel, das Thema, der Auftrag uns allen klar?
(Was wollen wir erreichen? Um was genau geht es? Was ist nicht Ziel? = Abgrenzung!)

Wie wollen wir gemeinsam vorgehen?
(Die Arbeit in Schritte gliedern und gemeinsam die Vorgehensweise abstimmen!)

Dann START der inhaltlichen Arbeit!

 

 

   Die Diagnose-Formel zur Steigerung Ihres Ergebnisses (BFM)

Wenn etwas nicht so klappt, wie wir es uns wünschen, vermuten wir die Ursachen schnell in mangelnder Bereitschaft ("hat sich keine Mühe gegeben", "zieht nicht richtig mit", usw.). Dies kann zutreffen, aber es gibt noch zwei weitere ergebnisbeeinflussende Faktoren, die wir für die Steigerung von Ergebnissen berücksichtigen müssen - die Fähigkeiten und die Rahmenbedingungen (= Möglichkeiten), die nötig sind, um etwas erfolgreich durchzuführen.

Es gilt: Jedes Ergebnis ist immer ein Produkt aus den Faktoren

  •  Bereitschaften (B),
  •  Fähigkeiten (F) und
  •  Möglichkeiten (M).


Diagnose-Formel: B x F x M = Ergebnis

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Wenn ich Sie bitten würde, "für Elise" auf dem Klavier zu spielen, hängt das Ergebnis (nämlich daß wir "für Elise" tatsächlich hören) davon ab, ob Sie

* bereit sind, dieses Stück jetzt zu spielen (Bereitschaft / Motivation),
* genügende Fähigkeiten haben, Klavier und speziell dieses Stück zu spielen sowie
* ob ein Klavier und ggf. die Noten verfügbar sind (Möglichkeiten, Rahmenbedingungen).

Dabei führt der multiplikative Zusammenhang der Faktoren zu interessanten Ergebnissen:

Ist nur einer der Faktoren "Null", ist das ganze Ergebnis = 0. (Im Beispiel: Wenn kein Klavier verfügbar ist, können Bereitschaft und Fähigkeit noch so hoch ausgeprägt sein - das Ergebnis wird immer "Null" sein.)

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Wo liegt der Engpaß?
Will ich ein Ergebnis bewußt optimieren, muß ich zunächst denjenigen Faktor ermitteln, der im Leistungsprozeß aus B x F x M minimal ausgeprägt ist, weil nur die Vergrößerung dieses Faktors zur optimalen Steigerung des Ergebnisses führt (Aufwand - Nutzen - Betrachtung).

Auch dazu ein Beispiel:
Bei einer Ausprägung von 90% Bereitschaft, 50% Fähigkeiten und 100% Möglichkeiten ist das Ergebnis 0,9 x 0,5 x 1,0 = 0,45 oder 45%.

Können die Fähigkeiten von 50% auf 60% gesteigert werden, wird das Ergebnis mit 54% noch etwas höher ausfallen, als wenn die Bereitschaft von 90% auf 100% wächst (Ergebnis = 50%).

Wir können also festhalten:
Um ein Ergebnis bewußt zu steigern, muß ich zunächst den Faktor mit der geringsten Ausprägung feststellen. Dies kann die Bereitschaft, etwas zu tun, die Fähigkeit, es zu können oder auch die notwendigen Voraussetzungen als Möglichkeit dafür betreffen. Dann sollte ich im nächsten Schritt denjenigen Faktor vergrößern, der am geringsten ausgeprägt ist. Und so erziele ich mit dem geringsten Aufwand den größten Nutzen für die Steigerung des Ergebnisses!

(Übrigens: Dieses engpaß-orientierte Vorgehen wurde schon 1842 von Justus von Liebig für das optimale Wachstum von Pflanzen entdeckt!)

Das Umgehen mit der Diagnose-Formel und das engpaß-orientierte Vorgehen als Moderator erlernen Sie in der dera®-Moderationsausbildung und kann in einer Supervision vertieft werden.